material looping | udk 2018

material looping

Im Gebäude der Fakultät Gestaltung fallen eine Vielzahl von ungenutzten Abfallmaterialien in unterschiedlichen Quantitäten und Qualitäten an. Allen ist eins gemein: sie landen bisher ungenutzt in großen Containern, dabei sind sowohl Artenreichtum als auch Potential der Nutzung von Sekundärrohstoffen im Gebäude maximal erhöht. In diesem Kurs werden nicht nur neue

Einsatzmöglichkeiten für die Abfallmaterialien als Werkstoff und Objekt gesucht, sondern gleichzeitig an einer zeitgemäßen Recyclingästhetik gearbeitet. Dabei ist der Mikrokosmos UDK als Abbild einer weitaus größeren Problematik zu verstehen. Teil der Aufgabe ist auch die Skalierbarkeit der eigenen experimentellen Idee zu überprüfen.

UDK Berlin – Projekt Material Looping

Zum Auftakt des Seminars geben drei Gäste Input. Frieder Söling berichtet über die Rolle der BSR und den Projekten des Ideenlabors. Susanne Ritzmann vom Design Research Lab lässt ihre Diplomarbeit ‚[ent]SORGEN. Eine Exploration über Mensch und Müll zwischen Vernichtung und Wertsicherung‘ revue passieren. Simone Kellerhoff von der Material Mafia in Berlin Kreuzberg berichtet von Erfolgen und Herausforderungen beim Aufbau der Recyclingmaterialvermittlung.
Die Studierenden analysieren das Abfallmaterialaufkommen im Gebäude der Fakultät Gestaltung qualitativ und quantitativ. Das was in der Porzellanwerkstatt als Müll bezeichnet wird sieht anders aus als Werkstattmüll bei den Modestudenten oder die Abfälle der Cafeteria. Die Parallelität dieser Systeme und Prozesse wird infrage gestellt, mögliche Synergien aufgezeigt und so Potentiale eines Material Loopings ausgelotet.
Cubix ist ein Material, dass aus Prototypen der Studierenden des 3D-Hauses hergestellt wird. Das von Emilia Knabe und Milan Siegers entwickelte Material kann wie Holz als Plattenmaterial verarbeitet oder in Form gepresst werden und zeichnet sich durch sein geringes Gewicht sowie eine einzigartige Oberflächenstruktur aus, die visuell und haptisch die Geschichte seiner Herkunft erzählt.
Porcelain Brittle von Georgia von le Fort und Valentin Bufler: Scherben aus der Cafeteria und Schmutzguss aus der Porzellanwerkstatt werden zu Kaffeebechern aufgearbeitet, die einerseits wieder in der Cafeteria Verwendung finden, andererseits aber auch großes Potential für eine Weiterentwicklung im industriellen Kontext aufzeigen.
Plantacion von Tim Bader: Das ganze Jahr über fallen durch den Zyklus der Jahreszeiten natürliche Rohstoffe an. Um den Pflanzen ihre wertvollen Rohstoffe zurück zu geben, ohne künstlichen Dünger verwenden zu müssen und gleichzeitig die Kosten und den Ressourcenverbrauch beim Bepflanzen der Beete mit frischem Gemüse und Kräutern zu senken, wird das Fallgut in einen Pflanztopf umgewandelt. So entsteht ein Produkt, das den natürlichen Kreislauf bei minimalem Prokuktionsaufwand und geringen Ressourcenverbrauch wieder schließt, ohne Abfall zu hinterlassen. Credits image to Tim Bader.
Mit einer Kombination aus Polystyrol und Reststoffen aus dem Sandstrahlverfahren schaffen Alexander Assmann und Dong Liu einen ungewöhnlichen Verbundstoff. Das neue Material sieht, fühlt, gießt und klingt genauso wie Beton und ist doch etwas ganz anderes. Das neue Material verbindet die Ästhetik des Betons mit neuen Möglichkeiten, wie zum Beispiel Thermoformen, und kann effizient nach dem gleichen Verfahren wie in der Produktion recycelt werden. Dadurch entsteht ein Materialkreislauf, der ohne Verschwendung mehrfach wiederholt werden kann.